Über Scham, Vulvas, Vaginas und das „über den eigenen Schatten Springen“

Was für ein Titel, oder?
Kennt Ihr das, wenn Ihr Euch x-Mal überlegt, ob Ihr etwas auch wirklich teilen, wirklich schreiben wollt/könnt? Wenn da diese Innere Stimme ist, die Euch fast anzuschreien scheint: „Oh mein Gott! Das kannst Du auf gar keinen Fall tun! Bist Du bekloppt? Das ist doch beschämend! Für Dich selbst kannst Du das ja gut finden, Du kannst ja dieses und jenes dazu denken,  aber das kannst Du doch niemals in der Öffentlichkeit posten!!!“

Auf Facebook ist mir gestern ein kleiner Artikel mit einem Video unter gekommen, das mich, für mich völlig unerwartet, in mehrfacherer Weise ganz stark berührt, und so einiges bei mir in Bewegung gebracht hat.
Es ist der Artikel: „Your vagina is more beautiful as you think“ von der Seite Uplift, das dieses Video enthält:

Worüber ich mir sicher bin:
Sowohl beim Lesen der Überschrift meines Postings, als auch beim Lesen des Artikels und des Sehens des Video-Standbildes, um das es geht, wird es etlichen von Euch Leserinnen und Lesern genau so gegangen sein, wie mir:
Das Gefühl von Unbehagen. Vielleicht einer seltsamer Berührtheit. Ablehnung. Scham.

Ich habe mir nach dem ersten „Schreck“ (und ja, so blöd, wie es vielleicht klingen mag, für mich war es eine Art „Erschrecken“), über meine eigene Reaktion, das Video angesehen.
Das Video hat mich, wenn ich ganz ehrlich bin, ziemlich erschüttert.
Und mir mit einer ziemlich schmerzhaften Klarheit vor Augen geführt, wo ich noch ein unglaublich starkes Thema sitzen habe, das für mich problematisch ist.
Und ganz offen geschrieben: Ich hab ganz schön geheult.
Zum Glück war mein Stern nicht da… Ich hätte mich dann wohl in Grund und Boden geschämt…
HA! Und wieder den Inneren Zensor erwischt!
Aber dazu schreibe ich dann später etwas mehr.

Und dann kam die Frage,
ob ich das tatsächlich für alle lesbar
teilen
sollte/konnte?

Interessanter Weise hatte das Ganze noch einen ganz anderen Erkenntnis- und Lerneffekt für mich parat, als es dann an die Idee ging, diesen Link auf Facebook weiter zu teilen.
Meine erste Reaktion, nachdem ich das Video gesehen hatte, und wieder etwas bei mir angekommen, war:
„WOW! Starkes Video! Respekt vor diesen starken und wundervollen Frauen. Respekt vor ihren ebenfalls wundervollen Männern!“
Was mich aber dann doch erstaunte und sehr irritierte war, das ich diese starke Video erst gar nicht teilen wollte!
Der Gedanke daran überschwemmte mich ziemlich heftig mit Gefühlen der Scham. Mit einem Gefühl von „Sowas kannst Du unmöglich teilen! Was sollen denn andere von Dir denken! Was ist wenn Du deren Schamgefühl verletzt? Wenn Du damit auf Ablehnung stößt?“ Mit einem Gefühl der Peinlichkeit.
Was mich neben diesen Gedanken und Gefühlen eigentlich am meisten aufschreckte, war die Erkenntnis, das ich in mir tatsächlich auch solche Gedanken fand:

  • „DARÜBER (also über die-Nein! Ich schreibe jetzt ganz bewusst- meine und unsere (!) Genitalien, über meine und unsere Vulva/s und Vagina/s) spricht „man“ nicht! Das kann  „man“ vielleicht hinter vorgehaltener Hand in einem auserwählten Kreis tun, aber auf gar keinen Fall in der Öffentlichkeit!“,
  • „Das ist ja ekelig/gräßlich/peinlich/schamlos…!“ (Dieser Gedanken hat mir ganz schön den Atem geraubt!)
  • „Du kannst anderen diese Bilder gar nicht zumuten!“

Nach einigem Hin und Her, habe ich den Beitrag dann doch mit einigem Herzklopfen geteilt.-Ohne einen Kommentar von mir dazu.
(Bietet man ICH ja weniger Angriffsfläche 🙄 )
Doch das Thema hat mich nicht einfach nicht in Ruhe gelassen.
Im Gegenteil.

Manchmal ist das, was Dir Angst einjagt,
genau das,
was Du tun solltest!
– unbekannt

Wie Ihr seht, habe mich doch überwunden diesen Artikel zu schreiben.
Gerade WEIL (mir) dieses Unbehagen, und ja, auch Angst bereitet, und es mit einem starken Gefühl von Peinlichkeit und Scham behaftet ist.
Ich denke, ich werde da nicht die Einzige sein, sondern es wird genügend Frauen geben, denen es ähnlich ergeht wie mir, oder denn es so erging.

Bild von Facebook 2014

Die Folge der Beschäftigung mit dem, was der kleine Artikel bei Uplifting und, noch mehr, das enthaltene Video bei mir an Gefühlen und Gedanken auslösten, konnte für mich einfach nur sein, zu schreiben und das mit anderen zu teilen.
Ich halte mich im Großen und Ganzen eigentlich für eine (relativ 😉 ) erwachsene Frau.
Ich liebe meinen Körper und fühle mich in mir unglaublich wohl.-Mein(t)e ich eigentlich.
Doch meine Reaktion auf das Video hat mir in ziemlich heftiger Deutlichkeit gezeigt:
Das ist offenbar doch nicht ganz so wahr, wie ich es gern hätte, bzw. gedacht habe!

Es gibt halt dieses „Das da unten“. *Gruselmusik* 😉
Es gibt Lust. Es gibt Freude an der Hingabe. Es gibt Sexualität.
Alle Dinge, die mit Vulva und Vagina zu tun haben, und die in mir, so wie wohl in anderen Frauen und Männern, die verschiedensten, ja widersprüchlichsten Gefühle, Gedanken und Assoziationen hervorrufen.
Die Frauen in dem Video spiegeln mir sehr deutlich einen Teil der Gefühle, die ich selbst in ähnlicher Weise empfinde, obwohl mir das überhaupt nicht bewusst gewesen ist!
Diese Erkenntnis war (und ist) verdammt schmerzhaft.
Sie hat mich getroffen, wie ein Blitz!

Was mich völlig aus dem Konzept brauchte und erschütterte war die Erkenntis, das meine Selbstliebe und – akzeptanz quasi „unterhalb der Gürtellinie“ aufhört. 😯
Alles, was sich „unterhalb“ befindet, ist mit sehr diffusen Gefühlen und Gedanken verbunden.
Wobei sich die „unschönsten“ davon tatsächlich auf meinen Intimbereich beschränken, den ich offenbar eher objektiviert, bzw. professionalisiert habe, um mich mit ihm beschäftigen zu können.
Ich kann ihn zwar als zu mir gehörig betrachten, aber offenbar scheine ich ihn nicht wirklich als einen (wichtigen) Teil von mir wahrzunehmen…
Klingt ziemlich schräg, oder?  Aber mir fällt grade keine bessere oder treffendere Beschreibung für dieses seltsam-diffuse Gefühl ein.

Während ich dies grade schreibe, meldet sich natürlich mein Innerer Zensor wieder, der mir gradezu ins Ohr „brüllt“:
Dieser Scheiß intressiert doch niemanden! Halt bloß Deine Klappe! Du machst Dich zum Affen!“ 😯

Ja, natürlich verunsichert mich sein Gebrüll.
Doch noch mehr stelle ich grade fest, dass mich genau das ärgert und wütend macht!
Ich habe keine Lust mehr darauf, dieses Schamgefühl und diese komische Angst zu empfinden, wenn ich mich mit diesem Thema beschäftigte.
Wenn ich mich mit mir und und meinem Körper beschäftige!
Ich möchte nicht länger Scham, Schuld, Peinlichkeit oder ähnliches empfinden, wenn ich mich mit meiner Weiblichkeit, beschäftige!

Was mich mit einen erschreckten Erkennen aufrüttelte war, das mir diese Gefühle und Gedanken bisher gar nicht so bewusst waren!
Und ich empfinde grade eine etwas unerklärte Wut darüber.
Wie gesagt, ich hielt mich eigentlich für eine erwachsene, aufgeklärte Frau, die sich in ihrem Körper wohlfühlt, und schon so einige ihrer „Schatten“ bearbeitet hat(te).
Und schließlich arbeite ich als Physio-und Lymphtherapeutin tagtäglich am und mit dem menschlichen Körper, und da ggf. auch im Intim-Bereich.
Vielleicht war die Ausbildung zur Physiotherapeutin ja für mein Unterbewusstsein DIE Gelegenheit, unbequeme, unangenehme und peinliche Dinge in eine bequemere und angenehmere Schublade zu stecken, was deswegen zu diesem „distanzierten Verhältnis“ zu meinem Intimbereich führte? Who knows?

Und ich weiss nicht, was mich mehr „ärgert“:
Das mir das nicht vorher bzw. früher bewusst wurde, oder das ich dem erlaubte, mein Leben und auch meine Meinungsäußerung(en) derart zu bestimmen und zu beeinflussen.
Es bleibt ja nicht nur bei dem etwas… „seltsamen“ Verhältnis zu den eigenen inneren und äußeren Geschlechtsteilen, sondern es setzt sich ja bis zum schambehafteten Verhalten gegenüber des eigenen Lebensgefährten fort.
Was für ein Irrsinn! *Kopfschüttel!*

Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, dann gab/gibt es ja genügend Hinweise dafür, dass da noch was verborgen war/ist.
Peinliche Berührtheit bei und Ablehnung von Themen, die sich um (weibliche) Sexualität, den weiblichen Körper, ja sogar um weibliche Spiritualität drehen z.B.
Aber wenn ich mich mit diesen Gefühlen auseinandersetzte, dann kamen andere Themen bei raus, weswegen ich doch recht schockiert, irritiert und von der Rolle bin, dass das eigentliche Problem ganz woanders liegt!
Es ist eigentlich eine überflüssige Frage, aber ich hab mir ja vorgenommen, in diesem Artikel einfach mal unzensiert zu schreiben, was mir im Kopf herumspukt:
Warum sind mir da nicht schon früher die Schuppen von den Augen gefallen?
Warum habe ich vorher nicht die Möglichkeit gehabt, so tief runter zu gehen und dahin zu sehen?

Nun… Vielleicht war einfach noch nicht die „richtige Zeit“ dafür, mich damit auseinander zu setzen.
Das weiß vermutlich nur die Göttin.

Patriarchale Denkweisen?!

Wer mich etwas länger kennt, der weiss, dass ich das so inflationär ge- (und m.E. leider zu häufig auch miss-)brauchte Wort „patriarchal“ mittlerweile einfach zum Kotzen finde, und ich es nach
Möglichkeit vermeide, in den Kategorien „böses Patriarchat“-„gutes Matriarchat“ zu unterteilen und zu denken.
Dafür habe ich leider in der Vergangenheit einfach zu viele „schlechte“ Erfahrungen mit Vertreterinnen der „Matri*-“ und Feministinnen-Szene gemacht, die mich einfach abgeschreckt und abgestoßen haben.

Für mich ist es (eigentlich) egal, von welcher Gesellschaftsform welche Denk- und Verhaltensmuster stammen.
Ich denke nicht, dass ein Wechsel von der einen in die andere Gesellschaftsform die Probleme ändern werden.
„Wir“ Frauen sind über die Jahrhunderte und z.T. Jahrtausende von unserer Umwelt geprägt worden.
Uns steckt das Patriarchat vermutlich tiefer in unserer Seele, unseren Gedanken und Verhalten, als das (re-)konstruierte Matriarchat.
Ich glaube nicht, dass ein Matriarchat HEUTE, mit den heutigen Frauen in unserer heutigen westlichen Welt, funktionieren kann, denn, dazu steckt das vermeintlich „patriarchale Verhalten“ so tief im Unterbewusstsein und unseren „Zellen“, dass es Frau z.T. gar nicht bemerkt.
Zumindest die Begegnungen, die ich hatte, und was ich so beobachten „durfte“, lässt mich diese Schlussfolgerung ziehen.
Damit ein derartiges „weibliches Alternativ-Modell“ funktionieren kann, müssten einerseits erst mal alle Frauen wirklich „wach“ sein, zum anderen müsste erst mal klar sein, ob eine Gesellschaftsform, die auf MÜTTER (statt in ihrer Gesamheit auf FRAUEN) basiert, tatsächlich die Form ist, die „bei uns“ heute tatsächlich den gesellschaftlichen Bedürfnissen entspricht…
Ich weiss, dass ich mir da vermutlich einiges an „Bashing“ abholen kann, aber das ist mir ehrlich gesagt herzlich egal.
Und letzlich ist das hier ja auch gar nicht das Thema. 😉

Fakt ist allerdings:
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der ich die Beziehung zum weiblichen Körper und zur Weiblichkeit an sich als sehr… zwiespältig erlebte. Einerseits durch den starken, männlich geprägten christlichen Glauben, andererseits, so vermute ich heute, spielte halt auch einfach die eigene Erziehung und auch das Erleben meiner Eltern eine Rolle.
Und es kommt „natürlich“ auch noch der sexuelle Missbrauch durch einen Onkel hinzu, als um die acht Jahre alt gewesen bin.
Die Zweispältigkeit bestand z.B. darin, dass mir „natürlich“ einerseits vermittelt wurde, das wir Frauen und unsere Körper „unrein“ und „schändlich“ sind, das Sexualität (außerhalb der Ehe) etwas schlechtes ist, und das Frau, so sie denn unverheiratet einen Freund hatte, mit dem sie sexuell verkehrte, natürlich eine leichtes Mädchen (=eine Hure) sei, was natürlich ein „Gräul“ war.
Auf der anderen Seite wurde mir vermittelt, dass ich mich „attraktiv“ machen musste,  z.B. im Job.
Als Frau hatte man halt besonders durch sein Aussehen und Auftreten zu bestechen.
Aber ja nicht zu viel Schminke und ja nicht die falschen Klamotten tragen, weil Frau dann gleich wieder zur „Hure“ werden konnte. 🙄
Der Grad zwischen Schlampe/Hure und „braven Mädchen“ war immer ziemlich schmal.
Alles im allem ein etwas schwieriges Klima, um ein gesundes Körper- und Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Wie gesagt, zum größten Teil habe ich es glücklicher Weise geschafft… Und dennoch…
Warum und wie sich das Gefühl entwickelte, dass „da unten“ alles schlecht, ekelig, peinlich, schmutzig usw. ist…
Kann ich für mich gar nicht sagen… Vielleicht werd ich da noch ran kommen… Vielleicht auch nicht.
Vielleicht spielt es aber auch gar keine Rolle?

Zufälle gibt es nicht!

Was jetzt auch letztlich auch immer alles für das Entwickeln und „Einsetzen“ diverser verschiedener Denk- und Vorstellungsmuster verantwortlich ist… Das spannende Abenteuer wird jetzt sein, mir das in Ruhe anzugucken, und Heilung geschehen zu lassen.
Als wenn es so sein sollte, las ich vor diesem Artikel (mal wieder) vom „Weltweiten Womb Blessing“ auf FB.
Zwar hatte ich mich das in der Vergangenheit schon immer angesprochen… Aber bisher hatte ich mich davor… sagen wir… „gedrückt“.
(Hmmm… Memo an mich selbst: Ich sollte mir dringend noch mal genauer angucken, wovor ich mich so drücke. Wovor ich einen Rückzieher mache, bevor ich ihm auch nur überhaupt eine Chance gebe…)

Diesmal hab ich allerdings Mal auf mein Gefühl gehört, und habe mich einfach mal dafür angemeldet.
Ich bin gespannt, und freue mich auch dadrauf.
Umso spannender finde ich jetzt allerdings, das eine derlei Thematik „ausgerechnet“ jetzt auftaucht.
Aber vielleicht soll es auch einfach so sein. Wie gesagt:“Zufälle gibt es nicht.“ 😉
Ich werde Euch bestimmt davon berichten.

So, nachdem ich jetzt diesen langen Artikel geschrieben habe, geht es mir erstaunlich gut. Ich habe ein wenig das Gefühl, eine „Kette“ abgestreift zu haben.
Auch wenn ich jetzt grade etwas Herzklopfen habe, wenn ich daran denke, auf das „Veröffentlichen“-Knöpfchen zu drücken…
Es hat (etwas) seinen Schrecken verloren, meine Gedanken und Gefühle zu diesen Themen zu äußern 😀

Ich wünsche allen, denen es ähnlich ergeht wie mir, dass sie es ebenfalls schaffen, ihre Stimme zu finden und laut auszusprechen, was sie bewegt.
Scham ist ein durchaus gesundes und wichtiges Gefühl, doch wir sollten uns aus Scham, gepaart mit Angst nicht unser Leben bestimmen lassen <3

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein ermächtigendes Wochenende.
Viele Grüße und seid gesegnet.
Siat

 

Gefunden auf FB 2012

*  dies ist einfach nur der Einfachheit halber so geschrieben, weil es mir grad zu mühsam ist, alle Facetten niederzuschreiben, die mit „matri-“ in Verbindung stehen.
Ich umfasse damit matriachal ebenso wie matrilinial, matrifocal… Und was es vielleicht in der letzten Zeit sonst noch so entwickelt haben könnte.

Es regt sich unter dem Frost

Es ist elend lange her, dass ich hier geschrieben habe.
Mittlerweile ist 2017 ja auch schon ein paar Tage alt.
Imbolc steht unmittelbar vor der Tür, und nachdem Schnee und klirrende Kälte langesam in den nun deutlich länger werdenden Tagen dahinschmelzen, scheine auch ich endlich wieder aufzuwachen.

Wie ich andern Orts bereits schrieb, war das vergangene Jahr für meinen Stern und mich ziemlich hektisch und stressig.
Ich begann im Januar ´16 bei einer neuen Arbeitsstelle, in der es dann reichlich hektisch wurde und Überstunden an Überstunden anstanden, weil uns ein Kollege, der für einen anderen Kollegen gekommen war, der uns verlassen hatte, von jetzt auf gleich hängen ließ.
Gut, er war noch in der Probezeit, und der junge Mann nun mal das: jung.  Direkt von der Schule (was ja jetzt per sé nix „Schlimmes“ ist *lach* ) und etwas… seltsame Einstellungen, was das Arbeitsleben betrifft (Überstunden?!? o.O Ich?!? Nenene! Nix da! -_- ) .
Naja, Ende war halt, das er natürlich nicht in der Praxis blieb.
Das schwierige war dann jedoch, einen Ersatz für ihn zu bekommen.
Ehrlich? Ich hätte nie erwartet, dass es sich als so schwierig erweisen würde, eine_e neue_n Kollege_in zu bekommen!
Für uns hieß es: Mehrarbeit … Bis Oktober/November, wo wir ENDLICH Unterstützung bekamen! *yay!*
Und glücklicher Weise auch zwei ganz tolle Kolleginnen!

Grundsätzlich war es damals wirklich die beste Entscheidung, meinen Arbeitsplatz zu wechseln.
Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich und zufrieden ich in meiner neuen (jetzt ja schon fast „alten“) Praxis bin! 😀
Ein super-toller Chef, der die Arbeit, die wir leisten wirklich wertschätzt, und wirklich liebe und nette Kolleginnen.
Trotz der sehr anstrengenden Monate mit den Überstunden, hat es mir erstaunlich wenig ausgemacht, weil unser Arbeitsklima so phantastisch ist.
Etwas, das ich in meiner alten Praxis sehr vermisst habe.
Und das schöne ist: Wir können auch mal miteinander etwas „Dampf“ ablassen. Uns einfach mal sagen „Boah… Heute hab ich eigentlich so absolut gar keinen Bock! Heute nervt mich einfach nur alles an.“ Es herrscht ein Klima, das ich als sehr wohltuend empfinde, weil wir alle etwas ähnlich ticken, und halt einfach SEIN können.
Das schätze ich wirklich sehr! <3

Aber nichts desto trotz: Das Geackere hatte bedauerlicher Weise zur Folge, das ich für anderes kaum mehr Gelegenheit, oder schlicht Kraft und Nerven hatte.
Freundschaften habe ich leider schleifen lassen, und meine Spiritualität ist ZIEMLICH auf der Strecke geblieben, von meinen Blogs und dem PanPagan mal vollkommen abgesehen.

Ich bei der Hochzeit meines Brüderchens

Hinzu kamen dann noch einige sehr schöne Events, die mich natürlich auch in Beschlag genommen haben.
Angefangen von der Hochzeit meines Brüderchens über eine gemeinsamen Geburtstagsfeier von meinem Schatz und mir, und einer tollen Mabon-Feier bei uns im Garten hin zum ebenfalls 35. Geburtstag meines Brüderchens.
Leider war letzterer davon überschattet, das meine Oma (94) wenige Tage zuvor einen Schlaganfall hatte.
Sie kann seit dem nicht mehr (richtig) sprechen. Hat also eine schwere Aphasie.
Da sie schon seit einigen Jahren Demenz krank ist, hat der Schlaganfall leider auch da seine Spuren hinterlassen.
Bisher hatte sich meine Ma (mit Unterstützung des Pflegedienstes) um meine Omi Zuhause gekümmert. Da die Demenz in den Wochen und einigen Monaten vor dem Schlaganfall sich schon verschlechtert hatte, war sie schon immer mit einer gewissen Sorge immer nach Hause gefahren… Und auch am nächsten Tag zu meiner Omi wieder gefahren.
Verständlich. Meine Oma vergaß zunehmends ihre (wenigen) Medikamente, oder, was m.E. noch fataler war: Sie vergaß zu essen und zu trinken.

Sie ist Diabetikerin, und wenn sie morgens vom Pflegedienst gespritzt wurde, sollte sie eigentlich immer gleich was essen.
Doch tat sie dann nicht. Wenn meine Mama dann kam, und sie fragte, kam dann zwar zur Antwort, das sie was gegessen hatte, aber kurze Zeit später war ihr dann plötzlich doch nicht so gut. Wenn meine Mama dann den Zucker maß, stellte sich halt doch heraus, das der Zucker so niedrig war, dass sie einfach nichts zum Frühstück gegessen haben KONNTE.
Hinzukamen dann natürlich noch so einige andere Dinge…
Als Omi dann den Schlaganfall bekam und sich etwas erholt hatte, war natürlich die Sorge, ob Omi wieder nach Hause kann…
Aber letztlich war die einzige richtige Entscheidung, für sie eine Pflegeeinrichtung in der Nähe meiner Eltern zu finden, wo sie gut aufgehoben ist.
Meine Eltern sind beide eh schon stark angeschlagen, und ich empfinde es als sehr bewunderswert und großartig, dass sich die beiden über so lange Zeit um sie gekümmert haben.
Aber, und das sagte ich damals dann auch meiner Mama, weil sie das Gefühl hatte, ihre Mama im Stich zu lassen, irgendwann erreicht man einfach auch seine Grenze. Und grade, wenn man selbst gesundheitlich stark angeschlagen ist, muss man irgendwann auch lernen, Rücksicht auf sich selbst zu nehmen.
So sehr wie man den-oder diejenige auch liebt. Aber es nützt ja nichts, wenn man selbst ein nervliches und körperliches Wrack wird, und, bildlich gersprochen, nur noch auf den Brustwarzen daher gekochen kommt. Das hilft auch dem Menschen nicht, den man eigentlich unterstützen möchte.

Sich einzugestehen, dass man einfach Grenzen hat, ist keine Schande, sondern eine große Stärke!

Und als wenn es so Bestimmung war… Am Wochenende direkt vor dem Schlaganfall meiner Oma, hatte sich meine Muddi, zehn Minuten gemütlichen Fußweg von ihrem und Papas Haus entfernt, erst ein Pflegeheim angesehen, dass sich auf Demenz-Kranke spezialisert hatte!
Und in diesem hat sie jetzt seit 16.12. ihre neue Bleibe gefunden. Wie gesagt, das Schöne ist, dass es meine Mama nicht mehr so weit zu Omi hat. Und worüber ich mich besonders freue ist, dass meine Mama auch wieder etwas Zeit für sich hat. Dafür, ihre eigenen Batterien wieder etwas aufzuladen, und wieder zu sich zu finden.
Zumindest würde es mich sehr freuen, wenn sie es schafft, etwas loszulassen, denn Omi ist dort in guten Händen.
Das Schöne ist ja, wenn es uns selbst gut, oder zumindest besser geht, kehrt die Kraft für andere von selbst (wieder) zurückt. <3 😀

Lilly

Was noch 2016 noch passiert ist?
Unsere Fellnasen-„Herde“ ist größer geworden.
Der Osterhase brachte uns zwei echt goldige, damals 3 Jahre alte, Miezis ^_^
Lilly und Mino.
Unsere neue „Dame des Hauses“ hat sich eigentlich von Anfang an hier sehr wohl gefühlt.
Mino war vorher schon, wie die Vorbesitzerin erzähle, sehr, sehr scheu. Als wir uns die beiden anguckten, hatte sich Mino auch schon „ewig“ hinter einem Schrank verkrochen (die Bekannte, die die beiden leider wieder vermitteln musste, hatte sie selbst erst tags zuvor von einer Freundin geholt… Und hatte auf dem Weg nach Hause im Auto bekonnen, heftig allergisch zu reagieren, was bisher nicht passiert war-Zumal sie selbst noch zwei weitere Katzen hat, auf die sie interessanter Weise nicht reagiert. Vermutlich weil andere Rasse).
Eigentlich… Wollten wir ja „nur mal gucken“ *G* .
Ich hatte mir schon etwas länger Gedanken um Gesellschaft für Rudi gemacht. Unsere Riesen-Kuschel-Fluse Richard ist immerhin jetzt auch „schon“ fast 14Jahre alt, und Rudi wird jetzt, wie Lilly und Mino, 4 Jahre…
Natürlich hoffe ich, dass uns unser Richard noch lange erhalten bleibt <3, aber man muss den Tatsachen leider auch da ins Auge blicken.

Mino

Als ich den Hilferuf von der Bekannten auf FB las… Hab ich das eigenltich für ein „gutes Zeichen“ empfunden. Zwar hatte ich etwas Magengrummeln, weil es ja immerhin doch gleich ZWEI waren… Aber wir haben dann gesagt, dass wir sie uns doch anschauen.
Wichtig war für uns, dass natürlich auch die Miezen zu uns wollen.
Dh. da unsere Bekannte schon darüber informiert hatte, dass sich der Mino schon die ganze Zeit nicht blicken ließ, hab ich um Führung und ein Zeichen gebeten, das die beiden uns deutlich machen sollten, wenn es für sie passt und sie mit uns mit möchten.
Lilly… Kam sofort an. Lies sich streicheln, schnurrte… Legte sich auf den Rücken <3 Naja… Gewann also schon mit einem Schlag mein Herz. *lach*
Und Mino… Kam dann tatsächlich nach etwa 20 Minuten bis halben Stunde aus seinem Versteck heraus, beäugte uns… Und ließ sich dann sogar von uns streicheln!
Die Vorbesitzerin (also die Freundin unserer Bekannten), die dazu gekommen war, weil sie uns kennenlernen wollte, ist aus allen Wolken gefallen, weil der Mino normaler Weise bei Fremden total scheu war…
Na, was brauchten wir dann mehr an Botschaft? 😉
Während Lilly sich, wie bereits geschrieben, gleich wohl und Zuhause fühlte, war es mit Mino… SEHR schwierig.
Er hat sich erst gefühlte „ewige Zeit“ unter meinem Schreibtisch verkrochen, und später auf einen Schrank, weil er sich vor allen Dingen vor Rudi „fürchtet“… Oder ihn nicht leiden kann.
Rudi ist halt ein Rabauke, der es liebt zu raufen, und der ungestüm ist.
Lilly hat da auch etwas gebraucht, um sich an ihn zu gewöhnen *G*.
Aber schon nach kurzer Zeit sind sie hier sich gegenseitig jagend durch die Wohnung getobt. *lach*
Mino… fand das Ganze alles andere als lustig.
Wir haben wirklich alles mögliche in den ersten Wochen und Monaten getan. Mini und Richard aus dem Wohnzimmer ausgesperrt. Aber das wollten wir dann auch nicht die ganze Zeit… Dann haben wir die Tür immer aufgehabt, so lange wir im Wohnzimmer waren. Wenn wir ins Bett oder die Arbeit gingen, wurde die Wohnzimmertür und Mino und Lilly beide im Wohnzimmer allein gelassen.
Unsere größte Sorge war eigentlich, dass Mino nicht ausreichend Fressen und Trinken, geschweige denn auf Klo gehen würde… Obwohl wir zumindest Fress-und Trinkschalen auf den Kratzbaum, direkt neben dem Schrank, stellten.
Naja…Wie gut das es Kameras gibt. *G* Da haben wir dann beobachten können, was er so über den Tag bzw. in der Nacht trieb. Das hat uns dann wieder etwas beruhigt.
Natürlich ließen wir uns auch viiiel Zeit, um einfach ihn rauszulocken und mit ihm zu spielen und zu schmusen. Nach einer Weile kam er dann, sobald er hörte, dass die Wohnzimmertür zuging, gleich aus seinem Versteck oder vom Kratzbaum, und forderte sich tatsächlich seine Kraul-und Streicheleinheiten ein, kletterte sogar unter die Decke, schnurrte vor sich hin und schlief unter uns ^_^ .
Irgendwann gingen wir dann einfach dazu über, Mino, sobald wir von der Arbeit wieder Zuhause waren, von seinem Kratzbaum zu „pflücken“ (weil er sich dann angewöhnt hatte, sobald wir kamen, vom seinem sicheren Schrankplatz auf die obere Etage des Kratzbaumes zu kommen, und uns zum Kraulen aufzufordern) und ihn, weil er ja immer gleich abhaute, sobald er Rudi wahrnahm, unter die Decke zu stecken, wo wir uns dann zudeckten, und die Beine anstellten, so dass er seine Höhle hatte ^_^. Fand er klasse *fg*
Das ganze Eingewöhnen von unserem Bangbüx-Katerchen zog sich tatsächlich hin bis kurz vor Weihnachten.
Seit dem, ist er eigentlich nur noch auf dem Kratzbaum und auf dem Schrank, wenn Rudi ihn anspielt (das mag er immer noch nicht >_< ) .
Mittlerweile hat er auch die gesamte Wohnung für sich entdeckt, und schläft bei uns im Schlafzimmer mit den anderen dreien *G* Zwar immer auf Abstand zu Rudi, den er immer noch anzickt… Aber alles nicht mehr so (gefühlt) „schlimm“, wie am Anfang.
Der heutig Stand ist, dass Mino zwar immer noch ein kleiner Schisser ist, und Rudi lieber auf Abstand hält, aber es hat sich tatsächlich alles etwas beruhigt.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wo wir am Ende des Jahres stehen ;).

Worüber ich eigentlich am meisten froh bin ist, dass wir auf diese ganzen „Katzen-Zusammenführungs-Ratgeber“ gepfiffen haben!
Zumindest zum Teil.
Da das Ganze eh so holter die Polter ging… Lief alles eh etwas ungeplanter, als gedacht. Aber gut.
Was ich eigenlich am Schlimmsten finde ist, dass ich in mehreren Ratgebern im Internet las: „Wenn sich die Katzen nicht innerhalb von X Wochen aneinander gewöhnt haben, werden sie sich nie aneinander gewöhnen, und es wird immer zu Problemen kommen.“
Da ist, wenn man ehrlich ist, das „Resignieren“ von Menschen, die vielleicht das erste Mal Katzen zusammenführen, eigentlich schon vorprogrammiert.
Tiere brauchen einfach ihre Zeit, sich an die neue Umgebung, an die neuen Gerüche, Geräusche und eben auch an die neuen Artgenossen zu gewöhnen.
Ist ja bei uns Menschen auch nicht anders!
Als damals Max und Minka noch lebten, und wir Richard dazu bekamen, hatten wir schon erlebt, dass die drei ein gutes Jahr brauchten, um sich aneinander zu gewöhnen. Von daher war uns auch von Anfang an klar, dass wir uns da nicht von irgendwelchen, meiner Meinung nach völlig abstrusen Vorgaben kirre machen lassen.
Was mich wütend macht ist, das durch solche Angaben, so gut gemeint sie wohl auch gemeint sein mögen, vermutlich etliche Katzen auch einfach wieder auseinander gerissen und wieder abgegeben werden, die einfach nur mehr Zeit bräuchten.
Das finde ich unglaublisch schade und traurig für die Tiere, die ein neues Heim suchen.
Also, denkt drüber nach, wenn Ihr Euch einen neuen Kameraden für Eure Lieblinge zulegt, oder jemanden kennt, der seine „Herde“ vergrößern will!
Gebt den Tieren eine Chance, und lasst ihnen einfach die Zeit, die SIE brauchen. Und werdet nicht ungeduldig, nur weil ihr glaubt „Das wird nie was!“
Es wird! In seiner Zeit 🙂

So, aber zu guter Letzt:
Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr wieder mehr Zeit und Ruhe finde für die Dinge, die mir wichtig sind. Freunde. Familie. Spiritualität. Forum und Blogs.
Wir werden es sehen. Ich freue mich jedenfalls darauf, was das Jahr so bereit hält 😀

Liebe Grüße und seid gesegnet
Siat

Tag der Geschwister

Das fünf-tägige Lichterfest Divali neigt sich dem Ende zu.
Heute ist der letzte Tag, an dem ein ganz besonderes Fest gefeiert wird: Bhai(ya) Dooj.
Regional wird es etwas unterschiedlich benannt, doch die Beutung des Festes ist überall dieselbe.
Bhai bedeutet in Hindi „Bruder“, und Dooj bezeichnet den zweiten Tag nach Neumond.
Es ist eines von zwei Festen, das die Liebe und Zuneigung zwischen Bruder und Schwester feiert, und an dem die geschwisterlichen Banden zwischen Bruder  und Schwestern gefestigt werden.
Raksha Bandhan (wrtl.: „Band/Knoten des Schutzes“) , das zweite dieser Feste, wird Anfang August gefeiert, doch im Gegensatz zu Bhai Dooj ist dies auch die Gelegenheit Bruder-Schwester-Beziehungen zwischen nicht-verwandten Männern und Frauen zu feiern, wie z.B. zwischen Cousins und Cousinen, Freunden und Freundinnen usw. .

Eine Schwester segnet ihren Bruder mit einem Tilak. Quelle: Wikimedia.com

Schwestern vollziehen an ihren Brüdern eine sog. Tika-Zeremonie, bei der sie vor ihrem Bruder ein heiliges Licht schwenken (sog. Aarti) während sie ihren Segen dabei aussprechen, und ihm eine Tika (kurz: ein Segensmal) auf die Stirn auftragen. Danach umbinden sie das Handgelenk ihres Bruders mit einem speziellen Band, Rakhi oder Kalawa genannt (hat regional auch andere Namen), dass ihre Bindung symbolisiert. Anschließend füttert sie ihn mit Süßigkeiten.
Mit diesem Ritual bitten die Schwestern um ein langes, glückliches Leben und um das Wohlergehen ihrer Brüder.
Im Gegenzug versprechen die Brüder ihren Schwestern, das Leben lang immer für sie dazu sein, sie zu schützen und in allen Lebenslagen und Situationen zu ihnen zu stehen.
Es ist also ein Fest, an dem die Bande zwischen Brüdern und Schwestern erneuert und gefestigt werden.

Liebig-Sammelbild zu dem Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ nach den Gebrüdern Grimm. QWuelluelle des Bildes: Bitte Bild klicken.

Brüderchen und Schwesterchen
Geschwister zu haben kann sowohl Fluch als auch Segen sein. 😉
Besonders diejenigen, die ein angespanntes, oder gar zerstörtes Verhältnis zum Bruder oder/und zur Schwester haben, werden dies kennen.
Ich darf mich sehr glücklich schätzen, dass ich mich mit meinem Bruderherz sehr gut verstehe, und das eigentlich so lange ich denken kann.
Klar gab es auch bei uns kleinere Querelen als wir noch Kinder waren. Doch schlimme oder uns gar entzweiende Streitereien gab es zwischen uns, der Göttin sei´s gedankt, nicht.
Ich liebe mein Brüderchen sehr, und ich bin froh ihn zu haben. Und ich erinnere mich auch gern an unsere gemeinsame Kindheit zurück. An unsere Spiele. An die Zeit, die wir mit unseren Großeltern verbrachten. An die Ausflüge mit unseren Eltern. Die Zeit in der Jugendgruppe mit unserer Cousine.
Und noch so vieles mehr.

Klein-Siat und Brüderchen
Klein-Siat und Brüderchen

Er ist einer der Menschen, die ich ganz besonders vermisse, seit ich aus Hamburg weg bin.

Ich weiss gar nicht, ob sich mein Bruderherz noch daran erinner kann, aber unsere Großeltern haben uns immer gern mit Brüderchen und Schwesterchen aus dem gleichnamigen Grimms-Märchen verglichen, und mir eingeprägt, dass ich immer gut auf mein Brüderchen aufpassen sollte.
Ich glaube *lächel*, das hätte ich auch so getan. Er war und ist mir sehr wichtig, und mir würde ohne ihn ein großes Stück in meinem Leben fehlen.
Für mich ist mein Bruder ein Segen, und ich habe nie begreifen können, wenn andere sich über ihre Brüder (oder Schwestern) ausließen oder erzählten, wie bei ihnen die Fetzen flogen, sie sich gegenseitig die Pest an den Hals wünschten oder Schlimmeres.
Es gibt nur wenige Dinge von denen ich sagen kann, dass diese unsere Beziehung zu einander zerstören oder trüben könnten.
Was das ist, das weiß mein Brüderchen zum einen aus der Vergangenheit raus, zum anderen,  weil wir auch darüber redeten.

Geschwister-ähnliche Beziehungen/Seelenverwandtschaft
Vermutlich kennen viele das Gefühl einer besonderen Verbundenheit mit einer Person. Das Gefühl, als würde man sich schon ewig kennen und von einer Vertrautheit, die man sich nicht erklären kann.
Oder man kennt sich schon so viele Jahre, dass man den anderen in- und auswendig kennt. Oder man hat schon so viele Dinge miteinander durchgemacht, die einen fest zusammen schweißten.
An Bhai Dooj und Raksha Bandhan werden auch diese geschwister-ähnlichen Verbindungen gefeiert.
Auch in dieser Hinsicht fühle ich mich reich gesegnet, und ich bin dankbar dafür, dass ich auch Frauen und Männer an meiner Seite habe, die ich zu meiner Seelenfamilie, zu meinen Schwestern und Brüdern zählen darf.

Nur Frauen und Männer ?!
Tatsächlich waren sowohl Bhai Dooj als auch Raksha Bandhan Feste, die nur der Verbindung zwischen Schwester und Bruder galt und die geschwisterlichen Beziehung von Schwester und Schwester bzw. Bruder und Bruder außen vor ließen.
Die Gründe dafür mögen vermutlich darin liegen, dass eine Frau ja nach der Hochzeit das elterliche Haus verließ und es mit Schande verbunden war, wenn eine Ehe scheiterte, weil die Frau z.B. von ihrem Mann oder den Schwiegereltern misshandelt wurde oder ähnliches, und die Frau ihren Mann verlassen wollte.
Letztlich hingen (und hängen) Hochzeiten ja auch mit vielen materiellen Ausgaben für die Eltern der Frauen zusammen (angefangen von der Aussteuer über die Ausrichtung der Hochzeitsfeier etc.), und eine Tochter dann „zurück zu nehmen“… Galt lange Zeit als Tabu.-Auch heute noch haben es Frauen in Indien leider nicht leicht, wenn eine Ehe scheitert(e).
Die Feierlichkeiten von Bhai Dooj und Raksha Bandhan waren/sind Gelegenheiten für die Frauen, die Häuser der Männer zu verlassen und ihre Familien zu Besuch. Die Bande mit ihrer Familie und v.a. mit ihren Brüdern zu stärken.
Und es setzte trotz allem ein Zeichen, dass die Frau auf die Unterstützung und Hilfe ihrer Anverwandten (bzw. ihrer Brüder) zählen konnte.

Doch es finden mittlerweile Veränderungen statt.
Schutz, für einander einstehen, den anderen verteidigen, für einander in allen Lebenslagen da zu sein… Das können schließlich auch Schwestern oder Brüder füreinander.
Oder Cousinen, oder oder oder.
So ist es mittlerweile kein Tabu mehr, das Band der Liebe und Freundschaft zwischen Schwestern oder Brüdern zu feiern, zwischen Freundinnen, bzw. Freunden…

Sie entwickeln sich zu Festen, die jegliche geschwisterliche Verbindung feiert, an dem diese gestärkt und das Versprechen des gegenseitigen Schutzes, des Für-einander-da-seins und der gegenseitigen Fürsorge gesprochen wird.

In diesem Sinne möchte ich heute an alle denken, die neben meinem wundervollen Bruderherz  wie Schwestern und Brüder an meiner Seite sind.
Bei denen ich mich geborgen und behütet fühle, und bei denen ich weiss, das ich mich immer auf sie verlassen kann.
Auch dann, wenn wir uns selten sehen oder hören.

Möget Ihr immer behütet und beschützt sein, und der Segen des Göttlichen, wie immer Ihr es nennen möget, auf Euch scheinen und Euch an jedem Tag Eures Lebens begleiten.
Und möget Ihr Euch immer dran erinnern, dass ich, egal was kommt, für Euch da bin, so wie Ihr auch für mich da seid.

Danke, dass es Euch gibt!
In Liebe
Eure
Siat/Danny

Quelle: Wikipedia.de

 

 

Von den Hohen erschaffen | Zu lernen, zu lehren, zu wachen | Geboren in der Sterne Welten | Wandern und wandeln sie | Die Drachen